Muss ich alles verstehen? Nein!

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Ich glaube nein, aber es kratzt mich doch.

Daß jemand Teekannenwärmer strickt, habe ich ja inzwischen mitbekommen. Und was für skurrile, wunderbare, bunte Teacosies  schon gestrickt wurden, kann man jederzeit bei Ravelry nachschauen.

Aber das hier verstehe ich nicht: Wieso kommt jemand auf die  Idee, ach ich weiß gar nicht wie ich es ausdrücken soll, Kinder, die im 2. Weltkrieg im Rahmen der Kinderlandverschickung evakuiert wurden, als Vorlage für Teekannenwärmer zu nehmen? Ja, das gibts, die Anleitung heißt World War Two Evacuee Tea Cosy and Knitting Pattern für 3.52£ erstanden werden.

Und so werden die zwei Anleitungen beworben:

Wirklich? So niedlich?

The World War Two Evacuee Tea Cosy was inspired by children that experienced evacuation to the countryside during World War two.

This tea cosy can be knitted to make a girl or a boy evacuee, the pattern includes the both hat style which determines the child’s genda. The hats are removable for a bit of fun.

The children are wearing a burgundy duffle coat, a red hat and they have with them their gas masks, labels, suitcases and teddy bears.

The second world war evacuee tea cosies are such a cute pair and look as if they should be on a station platform waiting for a steam train.

The second world war evacuee tea cosy fits a medium sized teapot that covers a Teapot that holds 6 to 8 cups or 2 pints.

Mit 18 Photos wird diese Anleitung beworben, als ginge es um niedliche Pandabären oder kleine Kätzchen... Die Autorin, die auch vor Teewärmern in Form von Krankenhaus-Patienten nicht zurückschreckt, oder Nelson Mandela und auch Jesus auf diese Weise verstrickt, schreibt weiter:

I love social history and I think the stories of evacuees of the time are so touching. They make me think of the beautiful films 'Carrie's War' and 'Goodnight Mister Tom'.

139 Anleitungen hat Susan Cowper insgesamt im Portfolio bei Ravelry, ich hab sie mir alle angeschaut, weil ich argwöhnte daß sie vielleicht auch einen Hitler oder Stalin verstrickt hat, das nun aber gottseidank nicht.

Wie gesagt, ich begreife es nicht.

Was bitte geht in einem Hirn vor, Kinder, die vor Bombenangriffen geschützt werden sollten, als niedliche Vorlage für Teewärmer zu nehmen????

Wer sich beeilt, kann allerdings noch bis zum Weltfrauentag eine Suffragette stricken...

Kostenloser Content – mir reichts!

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Macht endlich Schluß mit dem saublöden Klischee der strickenden Oma!

In "unserem" Amtsblatt für das Amt Züssow / Landkreis Vorpommern-Greifswald wird wieder mal der alte Schmonzes durchgekaut. Aber nicht wirklich durchgekaut, einfach ins Layout geknallt, was immer zur vermeintlichen Weihnachtszeit passen könnte, und so taucht dann wieder dieses ach was haben wir doch gar nicht mehr das Vorurteil von der strickenden Oma - Gequatsche auf.

Und nicht nur hier im Züssower Amtsblatt, nein auch in der "Wochenzeitung der Gemeinde Endbach", im "Amtskurier Güstrower Land", im "Amtsblatt des Amtes Sternberger Seenlandschaft" oder im "Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Hahnstätten", wie eine Googlesuche schnell ergibt.

Verstrickt und zugenäht?
Noch nichts Passendes gefunden für ein ganz individuelles und originelles Weihnachtsgeschenk? Wie wäre es denn mit einem selbstgestrickten Schal oder einer Häkeldecke? Viele haben beim Gedanken ans Stricken wohl Bilder einer Großmutter im Kopf, die mit ihrem Kater auf dem Schoß vor dem Kamin sitzend Pullover für die Enkelkinder fertigt.

Dabei gibt es heute viele jüngere Nadelkünstler, die auf diese Weise modernste Mode schaffen. Modelle, die im Trend liegen.

Und gerade im Winter lebt das Stricken traditionell immer wieder auf. In den Fachgeschäften findet man neben allen Materialien und Zubehör auch Strickanleitungen.

Ja super, erst nimmt man als Überschrift nur ein saudummes Wortspiel, dann behauptet man in einer gekonnten rhetorischen Rückwärtsargumentation daß eine allgemeine Annahme so gar nicht stimme - dabei lebt diese Annahme, dieses Klische von der strickenden Oma, nur von dieser immerwiedersaublöden Wederlegungsbehauptung.

Und dann noch der geniale Schluss-Satz, daß man im Fachgeschäft Materialien und Anleitungen bekäme.
Wer hätte das in dieser neoliberalen Marktwirtschaft auch anders erwartet?

 

Ich wette daß in unserem leergeräumten Landstrich in Vorpommern weniger (Woll-)Fachgeschäfte als auf einer Etage dieses Pekinger Einkaufszentrums zu finden sind.

Das Bild zeigt nur eines von gefühlt 60 Cashmere-Läden auf einer Etage ...

Laßt endlich die Oma in Ruhe!

Und käme irgendjemand auf die Idee, mir solch eine Torte zu gönnen, der bekommt sie justemang retour... à la Slapstick natürlich!

Ach, wie tut das gut

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ich halte mit meiner Meinung bekanntermaßen nicht hinter dem Berg, kriege dann aber oft so richtig-politisch-korrekte Ordnungsrufe oder Belehrungen vorgehalten. Was meine Meinung bekanntermaßen nicht mildert, sondern meistens bestätigt...

Umso wohltuender empfinde ich Schwestern im Geiste, und nun habe ich wieder eine Schwester gefunden: Orange Swan (ihren real-life-Namen habe ich nicht herausgefunden, aber ich heiße ja auch nicht wirklich Wockensolle)...

Auf einem ihrer drei Blogs (The Knitting Needle and the Damage done) rezensiert sie frisch auf den Markt gekommene Strickzeitschriften und das auf eine wahrhaft spezielle, scharfzüngige und umso trefferende Weise.

Ihre Kommentare zu den Modellen in diversen Strickzeitschriften tun mir soooo gut!

Mit viel Humor trifft sie die Nägel auf den Kopf, was diese Kritik des Rowan Magazine #62 beweist.

Almondbury sieht sie als Decke mit Ärmeln: The texture's great and the colours are beautiful, but this one isn't so much a cardigan as it is an afghan with sleeves.

Bilby, eine Kurzarmjacke, beschreibt sie mit Worten, deren Witz ich gar nicht so richtig übersetzen kann: This one has such a dragged out, downtrodden look that even the model it's on is looking as though she's getting a sudden urge to sit in a darkened room, wrap herself in a blanket and eat marshmallow fluff straight from the jar. Ja, ich würde mich auch im Schrank verstecken, mit solch einer Jacke!

Und erstaunlicherweise erhält sie Beifall in den Kommentaren und wird nicht von den Torwächtern des Erlaubten zurückgewiesen ;=)

Solche Teile nennt man ja "fingerless mittens"; aber hier sind eindeutig zuviel Finger... Ach ich könnte noch viel mehr hier zeigen, so sehr hat Orange Swan mein Herz erfreut!!

Einen Nachschlag noch kann ich mir aber nicht verkneifen:

Draußen nur Kännchen – im Kopf nur englisch?

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Achtung Polemik!

Der nachfolgende Text ist polemisch, es ist aber trotzdem was dran..

Ich habe heute morgen wieder mal ein wenig im Netz gestöbert und fand die Ankündigung für eine zweitägige Veranstaltung: "Berlin knits - Yarn Festival 2017".

Nun ist Berlin ja nicht so weit weg und ich gehe gern unter Leute, aber dann habe ich mich auf der Webseite des Festivals umgeschaut und mich doch recht gewundert.

Berlin knits? Warum strickt Berlin nicht?
Berlin - the place to be? Wer sagt das? Wer schreibt das vor? Warum soll ich dort sein? Bin ich ein Lemming? 
Von 10.00 bis 18.00 h - ? Uhr? Also wenn die Abkürzung für Stunde genommen werden soll, dann bitte ohne Leerschritt zwischen Stundennummer und dem 'h'.

Berlin the place to be?

Das fiel mir beim Aufruf der Seite gleich auf.
Dann habe ich mich weiter umgeschaut. DIe Seite soll zweisprachig sein, es gibt auch einen Knopf zum Sprachwechseln, aber trotzdem sind etliche Porträts der Kursleiterinnen auf englisch, selbst deutschsprachige Damen (aus Moenchengladbach) werden auf englisch vorgestellt.  Der Blog dieser Designerin ist übrigens auch auf englisch... 

Was soll das? Die Veranstaltung findet in Berlin statt, organisiert von deutschen Wollladenbesitzerinnen. Richtet sich die Veranstaltung nur an ein englischsprachiges Publikum? Eher doch wohl nicht.

Unter Sprache versteht man die Menge, die als Elemente alle komplexen Systeme der Kommunikation beinhaltet, sagt die Wikipedia. Und das erledigt in Deutschland die deutsche Sprache. Warum aber wird deutsch vermieden, wechselt man ins Englische?

Es soll Weltläufigkeit demonstriert werden, denke ich. Aber das ist albern. Weltläufigkeit bedeutet daß man sich in der Welt zurechtfindet, und das tut man in der Sprache, die an dem Ort gesprochen wird wo man sich gerade aufhält, oder sehe ich das falsch?

Ich spreche seit meiner Schulzeit englisch,das ist meine 2. Sprache und ich habe, damit ich mich dort wo ich herumreiste verständigen konnte, insgesamt 12 Sprachen gelernt, 5 davon kann ich noch (mal besser, mal schlechter). Aber ich spreche in Deutschland doch deutsch und wechsele nur dann in eine andere Sprache, wenn ich mit Anderssprachigen zu tun habe..

Alles auf Englisch - das ist borniert. Und ab morgen tragen alle Strickerinnen / Festivalbesucher nur noch grüne Klamotten und sind römisch-katholisch... ach Verzeihung, das ist ja nicht hip, nicht "the religion to be"...

Und noch was: welche Sprache ist denn nach dem Brexit an der Reihe?

Frust

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"Die schöne Insel Kihnu" - das sollte eigentlich der Titel dieses Beitrags sein und ich wollte zum Abschluß des Berichtes eine Galerie mit den schönsten Bildern von der Insel hier einbinden.
Leider hat eines der unendlich vielen Updates des Webseiten-Templates "DIVI" die Anzeige der Galerien zerschossen. Das heißt auch die Bildergalerien in den vorherigen Beiträgen werden nicht mehr angezeigt.

Ich habe es so satt! Jedes Mal, wenn ich etwas schreiben möchte, muss ich erstmal prüfen ob die Seitendarstellung überhaupt noch funktioniert. Und irgendetwas reparieren.

Danke, Elegant Themes, tolle Arbeit!

Ich bin ja nicht die Fachfrau…

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Starsky und Hutch: Leder und Wolle

und ich habe in meiner Jugend selten "Starsky und Hutch" im TV verfolgt, die Jacke des Herrn Hutch fiel mir aber immer auf. In meiner jugendlichen Unbedarftheit meinte ich bis noch kürzlich, es handele sich um ein mexikanisches Modell. Ich war und bin halt nicht die Fachfrau.

Dann habe ich aber gelernt, daß solche Jacken von den Cowichan-Indianern Kanadas, die zu der First Nation der Salish gehören,  tradiert und gestrickt werden.

Cowichan-Jacke

Diese Jacken waren mal absolut "in", sie waren lässig, nahmen nichts übel und passten zum Ethno-Look der Hippie-Jahre.

(Ich habe nie eine solche Jacke gehabt oder getragen, weiß nicht warum)

Nun aber sehe ich die neuen Designs der renommierten Wollfirma Bergère de France und wundere mich. Über mehrere Dinge: Auf der Webseite http://www.bergeredefrance.co.uk/ werden die Muster des aktuellen Magazins "Le Wooling" vorgestellt. Was bitte ist "Le Wooling" ? Eine dumm-kokette Wortspielerei...

Aber dann das hier:

Männer-Jacke von Bergère de France

Dieser unglücklich-unschlüssig blickende Mann trägt ein äußerst schlecht sitzendes Modell der aktuellen Kollektion Wooling Issue 3#10 FairIsle Jacket und ich frage mich: wie bitte?

Eine Cowichan.-Jacke, falsch betitelt, mit einem Garn, welches treffenderweise Alaska heißt und zu 50% aus Acryl besteht, was bitte ist da Fair Isle?
Wieder mal ein Beispiel für die Unsitte, alles was mit zwei oder mehreren Fäden hergestellt wird, Fair Isle zu nennen. Dummheit allerorten - wie ärgerlich.

This wintry, graphic fair isle jacket for men has a small shawl collar. This pattern for intermediate knitters is made with ALASKA yarn (50% combed wool - 50% acrylic).

Welch versiertes Management läßt sowas durch, welch versiertes Lektorat winkt das durch?

Bitte nicht stricken!